Notos Klavierquartett
Datum
Veranstaltungsort
Tickets
28,- € (erm. 23,- €)
Status
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478
Johannes Brahms: Klavierquartett c-Moll op. 60
William Walton: Klavierquartett
Im Jahr 2023 spielte das junge Notos Klavierquartett eine sensationelle Matinee in Malgarten. Das Publikum war geradezu „aus dem Häuschen“. Wer von den Anwesenden damals die weitere Entwicklung des Quartetts verfolgt, dürfte wenig überrascht sein, dass die Karrierekurve der vier Musiker gerade „verdammt“ steil nach oben zeigt. Wären all dies nicht Gründe genug für eine Wiedereinladung, kommt in Osnabrück ein Programm auf die Pulte, das sich „gewaschen“ hat!
Für Mozarts KV 478 und Brahms‘ op. 60 muss man keine große Werbung machen – beides sind Klassikers des Repertoires und im anspruchsvollsten Sinne Kammermusik, die kaum schöner sein könnte.
Anders das letzte Werk des Abends: William Walton? Hierzulande nicht zwingend bekannt, gehört der 1902 geborene Engländer zu den bekanntesten Komponisten auf der Insel. Als junge Erwachsener hatte es ihn nach Italien verschlagen, wo er 18-jährig sein Klavierquartett vollendete.
Drei Jahre später schickte es der Komponist von dort aus in die Heimat. Erst 1924 (!) kam das Paket mit der Partitur an. Walton, vom Wiederauftauchen seines sechs Jahre alten Jugendwerks überrascht, nutzte die Gelegenheit, es nach gründlicher Überarbeitung beim Wettbewerb um den Carnegie Award einzureichen, den er prompt gewann. Die Begründung der Jury ist eine schöne Zusammenfassung der Qualitäten, die das Quartett auch heute noch hörenswert machen:
„Klar und transparent in der Textur, zurückgenommen im Gefühl, durchweg gut geschrieben, erhebt sich das Werk an Höhepunkten zu großer Schönheit und noblem Ausdruck. Es ist eine wahrhafte künstlerische Leistung!“
Kaum würde man vermuten, dass man es mit dem Werk eines erst sechzehnjährigen Studenten der Oxford University zu tun hat. Freilich haben gleich drei Revisionen – die schon erwähnte von 1924 und zwei späte Fassungen aus den Jahren 1954 und 1973 – zum reifen Eindruck beigetragen, den das Stück noch heute macht: In der Fassung letzter Hand wird das Quartett, das den Komponisten sein ganzes Leben nicht losließ, heute im Allgemeinen gespielt. Hierzulande viel zu selten zur Aufführung gebracht, handelt es sich doch um eine Komposition, die spielend neben denen von Mozart und Brahms bestehen kann.
