Viele Seiten – ein Klang

Mathias Beyer-Karlshøj / Cello, Kammermusik

Mathias Beyer-Karlshoj wurde 1970 in Herdecke geboren. Er erhielt mit sieben Jahren seinen ersten Violoncellounterricht  und wurde bereits drei Jahre später in die Spezialklasse für junge Talente an der Folkwang Musikhochschule Essen aufgenommen. Er studierte dort bei Dieter Meßlinger und nahm zusätzlich Klavierunterricht bei Prof. Klaus Raab.
1986 emigrierte er nach Dänemark, beendete dort die Schule neben einem Privatstudium bei Prof. Hans Erik Deckert in Arhus. In regelmäßigen Abständen besuchte er in Mainz die Phänomenologie-Vorlesungen des berühmten Dirigenten Sergiu Celibidache. Bei dieser Gelegenheit traf er zum ersten Mal auf die drei Geschwister Henschel, mit denen er Jahre später ein festes Streichquartett bildete.

1989 schrieb er eine Arbeit über Bachs „Kunst der Fuge“. 1990 wurde er am Königlich-Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen aufgenommen, wo er bei Prof. Torleif ThedeËn Violoncello und bei Prof. Ib Norholm Komposition studierte. Meisterklassen bei R. Metzmacher, David Geringas, Frans Helmerson, Franz Beyer und Eberhard Feltz vervollständigten seine künstlerische Ausbildung.

Seit 1994 ist Mathias Beyer-Karlshoj festes Mitglied des Henschel Quartetts.
Bereits in den intensiven Studienjahren bei Sergiu Celibidache und dem Amadeus Quartett, später bei Mitgliedern der Quartette Alban Berg und La Salle, sahen sich die jungen Musiker mit höchsten internationalen Ansprüchen konfrontiert.1995/96 war das Ensemble „Quartet-in-Residence“ des Tanglewood Music Festivals. Dort vermittelten die Musikerlegenden Louis Krasner und Eugene Lehner, die selbst mit Komponisten wie Béla Bartók und Arnold Schönberg gearbeitet haben, unmittelbare Einsichten in die Werke der Neuen Wiener Schule. 1995 gewann das Quartett bei den Internationalen Wettbewerben in Evian, Banff und Salzburg fünf Preise für die besten Interpretationen von Mozart bis zu zeitgenössischen Werken. Im Jahr darauf folgte in Osaka der Gewinn des 1. Preises und die Verleihung der Goldmedaille. Gefeierte Debuts in den wichtigsten Musikzentren sowie ein umjubelter Einspringer für das Juilliard Quartet in Londons Wigmore Hall, von der BBC live übertragen, ebneten den Weg an die internationale Spitze „Das Henschel Quartett ist ohne Frage eines der besten Ensembles der Welt, ein großartiges Quartett!“ (Los Angeles Times).

Diese Saison führt die Musiker in die USA, nach China, Japan, Italien, Spanien, England, Skandinavien und in die Niederlande. Im März 2010 hatte das Henschel Quartett die große Ehre zum ersten Mal für Papst Benedikt XVI im Vatikan und zum dritten Mal am Spanischen Hofe Palacio Real in Madrid auf den vier Stradivarius Instrumenten der königlichen Sammlung zu musizieren.

Anlässlich der Wiedereröffnung des UNESCO Weltkulturerbes Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar hat das Henschel Quartett im Oktober 2007 Manfred Trojahns „Lettera Amorosa“ urauffgeführt und ehrte den Komponisten mit der CD Einspielung seiner Streichquartette.

Auch wichtige Uraufführungen wiederentdeckter Werke vertraut man immer wieder dem Henschel Quartett an. 2007 spielte das Ensemble in München die Premiere eines neu entdeckten Streichquartetts von Carl Orff, 2008 unter reger Beteiligung der Weltpresse die Uraufführung des zweiten Streichquintetts von Max Bruch in Londons Wigmore Hall.
Im April 2007 widmete das wichtige englische Fachmagazin THE STRAD dem Henschel Quartett die Titelgeschichte. Kurz darauf reiste das Ensemble als Kulturbotschafter der BRD zum Europalia Jubiläumsfestival nach Brüssel.

Bereits seit 1997 gestaltet das Henschel Quartett jeden Sommer das erfolgreiche Streicherfestival Seligenstadt mit jeweils wechselnden Kollegenensembles.

Die Lehrtätigkeit des Quartetts begann vor 10 Jahren beim Kuhmo Festival in Finnland, seitdem unterrichten die Mitglieder im In- und Ausland. Das führt die Musiker als Dozenten an international führende Universitäten und Musikhochschulen, wie u.a. in den USA an das MIT, das Boston New England Conservatory, die University of California, in Australien an die University of Melbourne, das Victorian College of the Arts, in England an die renommierte Dartington Summer School, in Deutschland an die Musikakademien. 2001 gründete sich um das Henschel Quartett der gemeinnützige Verein „Freunde des Henschel Quartetts e.V.“, der wegweisende Projekte zur Nachwuchsförderung und im Bereich der Kammermusik initiiert, wie z.B. Kulturpatenschaften für Kinder in Kooperation mit dem Staatsminister für Kunst, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und dem Rotary Club München, oder Ensemble-in-Residenz Stellen zur Grundabsicherung junger Spitzen-Ensembles. Das Henschel Quartett erreicht über seine Konzerte an Schulen ca. 1000 Schüler pro Jahr.

Unter den CD-Einspielungen des Henschel Quartetts erhielt die Produktion der Mendelssohn Streichquartette den Preis der deutschen Schallplattenkritik, die Box wurde für die MIDEM Awards in Cannes 2006 nominiert und vom Int. MusicWeb zur „CD des Jahres 2005“ gekürt. 2006 und 2007 erreichte sie Platz 1 unter den Top 10 der japanischen HMV Charts. Die Einspielung der Ginastera Quartette wurde von der „Grammophone“ besonders ausgezeichnet. Weiters erschienen: O.Respighis „Il Tramonto“ mit M. Kozena bei Deutsche Grammophon (Preis der deutschen Schallplattenkritik), sowie L.v. Beethoven Streichquartette op.18/6 und op.127 für SonyBMG (nmz topliste). Neuerscheinungen 2009/10 bei NEOS sind: Max Bruch Streichquintett (Ersteinspielung, CD des Jahres 2009, Int. MusicWeb), Janacek/Schulhoff/Sibelius Streichquartette, Manfred Trojahn Streichquartette, sowie in Zusammenarbeit mit dem BBC Music Magazin ein Weihnachtsalbum zugunsten SOS-Kinderdorf e.V., das zu Weihnachten 2010 erscheinen wird. 2006 wurden die Mitglieder des Henschel Quartetts als erste Klassik-Künstler zu SOS-Kinderdorf e.V. Botschaftern ernannt.

Neben dem Quartett und wechselnden Kammermusikformationen,  spielt Mathias Beyer-Karlshoj seit dem Jahre 2004 im Johannes Kreisler Trio zusammen mit Christoph Schickedanz (Violine) und Holger Spegg (Klavier).

Seit 2006 verbindet ihn auch eine Triogemeinschaft mit dem Geiger Nikolaj Znaider und dem Pianisten Saleem Abboud Ashkar.

Mathias Beyer-Karlshoj lebt mit seiner Familie in Kopenhagen.